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Montag, 05. Dezember 2005: Ruhr Nachrichten, Witten
Uni-Chor meisterte Hürden glasklar
Witten - Einen würdigen Auftakt zum Mozart-Jahr 2006 gab es am Samstagabend in der großen Halle der Universität
an der Alfred-Herrhausen-Straße.
Die so genannte "große" Messe in c-moll KV 427 ging dort unter Universitäts-Musikdirektor Ingo Ernst Reihl über die Bühne - und den Besuchern tief unter die
Haut.
Hochkarätige Solisten, der noble Chor und das versierte Orchester der Universität Witten/Herdecke waren Garanten für eine Aufführung auf hohem Niveau. Zuvor hatte UMD Reihl das berühmte "Ave verum
corpus" aus Mozarts Feder dirigiert.
Flexibler Klang
Der homogene, aber auch bei über 100 Sängern stets flexible und schlanke Chorklang gab einen Vorgeschmack auf die Missa.
Und die
konnte die zahlreichen Besucher durchaus in ihren Bann ziehen. Chorsänger und Instrumentalisten zeigten, dass sie in den vergangenen Monaten fruchtbare Arbeit geleistet hatten, liegt der Anspruch an alle Beteiligten
bei dieser Messe doch deutlich höher als bei den übrigen Ordinariums-Vertonungen des Salzburgers.
Da ist eine bereits aufs 19. Jahrhundert hinweisende Chromatik, welche die Choristen vor manch
"haarige" Aufgabe stellt. Der Uni-Chor meisterte alle Hürden in bekannter Bravour. Seine glasklaren Sopranstimmen waren auch in schwindelnder Höhe nicht in Verlegenheit zu bringen. Ungewohnt hoch sind die
Anforderungen an die erste Sopransolistin. Insider warten regelrecht auf das "Christe eleison" im Kyrie, das eine Sopranistin ins tiefste Alt-Register führt, um dann in einem dramtisch anmutenden flehenden
Schrei in astronomische Höhen zu springen. Lini Gong zeigte sich dem Publikum als Meisterin ihres Fachs. Nicht nur die genannte Phrase klang meisterlich. Nein, auch das kräftezehrende "et incarnatus est"
im Credo-Fragment zeigten die Klasse der Asiatin mit ihrem lyrisch-hellem Stimmtimbre.
Solider Eindruck
Einen guten, weil soliden Eindruck, hinterließen die drei übrigen Solisten Jung-Ae Noh
(Sopran), Jun-Sang Han (Tenor) und Sung-Heon Ha (Bass). Der bei Mozartschen Kompositionen oft technisch und gestalterisch unterschätzte Orchesterpart ließ ebenfalls kaum Wünsche offen. Ihre Fertigkeiten hatten die
Instrumentalisten im Rahmen des "Prière" von Oleg Jantschenko zwischen den beiden Mozart-Werken darlegen dürfen. - Jürgen Bolte -
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